Oliver Leue
Presse
Einblicke in das Wesen des Jazz
Von Peter Lorber
Siegburg (29. Juni 2024).
„Die Jazzfreunde dürften gestaunt haben, wie gut die Kompositionen von Session 5 beim Auftritt im Rahmen des Humperdinck-Festivals mit renommierten Standards mithalten können. Das Quintett besteht aus erfahrenen Berufsmusikern, Musikschullehrern, Herausgebern von Lehrbüchern, die darüber hinaus in unterschiedlichen Jazzformationen unterwegs sind. Kopf des Ensembles ist Stephan Schneider, der unter anderem an den Musikschulen Sankt Augustin und Siegburg Schlagzeug lehrt.
Außer der Zugabe, dem Standard „Lawns“ von Schneiders Lieblingskomponistin, der im vergangenen Herbst gestorbenen Carla Bley, stammten die übrigen neun Stücke aus den Federn von Pianist Oliver Leue und Saxofonist Jörg Kaufmann. Dem Bley-Original stülpte Session 5 seine Lesart über, indes ohne dessen getragenen Duktus und seine Zartheit zu unterschlagen.
So gab es nach sentimentalen Piano-Intro ein strahlendes Miteinander von Trompeter Axel Dörner und dem Saxofon. Ab dann sorgte die aus dem Internet zugänglichen Originalversionen bekannte intime Ausstrahlung für Beschaulichkeit. So stand - quasi als Bleys alter ego - Oliver Leue im Mittelpunkt mit subtilem Spiel, frei von Pathos und Selbstdarstellung.
Dialog von Drums und Piano
Ein Tête-à-Tête entwickelte sich zwischen Leue und Bassisten Christian Kussmann, der seinem Sechssaiter behutsame Melodiephrasen entlockte. Ohnehin verstand er sich nicht nur aufs solide Fundament des geduldig gezupften Walking Bass, sondern auf spielerisch verästelte Verzierungen . Als zweiter Baustein des Fundaments spielte Stephan Schneider am kleinen Drumset metronomhaft präzise, federleicht und mit akzentuierten Breaks.
Das Feinnervige behielt auch bei den Eigenkompositionen die Oberhand. Was nicht heißen soll, man hätte auf die herausstechenden Elemente, die den Jazz so tiefgründig werden lassen, verzichten müssen. So sparten die fünf Musiker nicht an Soli-Intermezzi, die eindringlich und virtuos die Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck fluteten.
Mitreißend waren die vielen Unisono-Passagen von Dörner und Kaufmann. Etwa bei Leues „Nebula“, wo sich beide in langsamen Tempo, aber breiter Phalanx des Themas annahmen.
Und plötzlich swingte es, jetzt mit Dialogen von Drummer Schneider und Leue. Flüssige Klaviertriller und flüchtige Wirbel auf der Snare beendeten das Stück in innigem Gleichklang.
Die Stücke von Session 5 gewährten differenzierte Einblicke in den Jazz. So fehlten Bebop-Elemente ebenso wenig wie Latin-Anklänge. Und im „Diskussion And Solution“ trat gar der Blues kurz in Erscheinung und kontrastierte ein perlendes Klaviersolo.“
WDR-Jazzpreis geht nach Bonn
„ Der WDR-Jazzpreis 2017 in der neuen Kategorie Ehrenpreis geht an die Jazzabteilung der Musikschule Bonn und an die Glen Buschmann Akademie Dortmund. Wie die Stadt Bonn mitteilte, wird der Preis anlässlich des Jazzfestes in Gütersloh am 3. Februar 2017 verliehen. Um ein Schlaglicht auf diese oft mühselige Grundlagenarbeit zu werfen, hat die Jury 2017 den Ehrenpreis für „Besondere Nachwuchsförderung im Bereich der städtischen Musikschulen in NRW“ ausgelobt. Die Bonner Preisträger sind Michael Heupel (Querflöte), Bruno Leicht (Trompete), Christoph Möckel (Saxophon), Ralph Beerkircher (Gitarre), Oliver Leue (Piano), Gunnar Plümer (Bass), und Roland Höppner (Schlagzeug).“
(General-Anzeiger Bonn / Dezember 2016)
„ Das Bonn Jazz Orchester ist nicht nur ein fantastischer Klangkörper, es ist so etwas wie ein Riesennetzwerk der Szene, ein Schmelztiegel. Oliver Pospiech, exzellenter Posaunist und Chef des Orchesters, leitet nebenbei die Uni Big Band und sorgt mit Köbes Underground für eine schöne Grundierung der Kölner Stunksitzung. In der ersten Reihe, bei den Saxofonen, sitzt am Tenor Kimmerle, der in mehreren Ensembles unterwegs ist, das Bonner Jugend Jazz Orchester und die AKO-Big-Band leitet. Flankiert wird er in der Regel von dem Tenoristen Thomas Heck, der für die Nonnenwerth Big Band verantwortlich ist, 2013 mit Kimmerle das Jugend Jazz Orchester gründete und ebenfalls leitet, und von Shawn Spicer am Baritonsaxofon, auch er ein exzellenter Musiker, Bezirkschef der Bonner Musikschule und Leiter der hervorragenden Big Band der Musikschule. Pianist Oliver Leue schließlich ist Dozent an der Musikschule Bonn.
Leue kann sich mit den Musikschul-Kollegen Michael Heupel (Querflöte), Bruno Leicht (Trompete), Christoph Möckel (Saxofon), Ralph Beerkircher (Gitarre), Gunnar Plümer (Bass) und Roland Höppner (Schlagzeug) über eine tolle Auszeichnung freuen: Kürzlich wurden sie mit dem WDR-Jazzpreis 2017 für die Jazzabteilung ausgezeichnet.“
(General-Anzeiger Bonn / April 2017)
„ Coltranes Stücke sind in der Regel ebenso sehr Offenbarung wie Herausforderung. Ungeheuer dicht, mitunter herrlich melodiös und dann wieder extrem avantgardistisch, neue Pfade erschließend und seinen Glauben in Harmonien und Modi gießend, die ständig im Fluss sind und doch alle nur in eine Richtung streben. Nämlich himmelwärts. Dies setzt Saxofonist Jürgen Hiekel kongenial um: Sein vielseitiges Spiel vermag alle Facetten widerzuspiegeln, kann auch mal kantig werden, bleibt aber in der Regel weich und dabei erstaunlich experimentierfreudig. Gleiches gilt für den virtuosen Oliver Leue am Flügel, während Bassist Ralph Haspel und Drummer Stephan Schneider das rhythmische Fundament liefern.“
(General-Anzeiger Bonn / July 2017)
„ Pianist Oliver Leue sowie Plümer und Höppner begeisterten in einem eher ruhigen Trio
mit Solos. Leue selbst zeigte sich in seinem Stück „Diskussion And Solution“ als fantasievoller
Phrasierer und begeisternder Komponist, der seine Begleiter perfekt ins Spiel bringt.“
(General-Anzeiger Bonn / September 2015)
„ Für den restlichen Schmuck sorgten die Musiker des Bonn Jazz Orchesters selbst, die immer wieder durch exelente Soli aufhorchen ließen. So konnte etwa Pianist Oliver Leue bei Bill Evans‘ ,,My Bells‘‘ brillieren‘‘....
(General-Anzeiger Bonn / Dezember 2013)
„ Hinreißend war Oliver Leues tief inspiriertes Pianosolo bei der Ballade ,,My Romance‘‘. Eine Komposition des ehemaligen WDR-Big-Band-Posaunisten Dave Horler, der jetzt im ,,Bonn Jazz Orchester‘‘ Platz genommen hat‘‘...
(Bonner Rundschau / April.2012)
„ I’m equally pleased with the Henderson Trio'sJazzy Christmas(ZYX Music CLA 10072-2), ....Arranger Oliver Leue is credited on piano....this is a lovely and quite polished album on the "quiet jazz" school: perfect for late-night sessions with your favorite sweetie. Most folks won't recognize the bulk of these songs, as they're mostly German carols; one — "Schneeflöckchen, Weissröckchen" — doesn't even seem to have an English translation for its title.
Things get off to a lovely start with the easily recognized "Silent Night," a gentle blend of quiet piano and brushed drums that sets the mood for the album to follow. Many of the tracks — as with "Mary Wanders Through the Thorn" and "Ring, Little Bell" — begin with quiet keyboard/bass introductions before bumping up the tempo a bit, but these guys never approach a hard-driving mode; it's all gentle, tasty jazz.
"Come, O You Shepherds" is presented as a dramatic, slowly building anthem that suggests an important journey; "O You Merry (Christmastide)" is a somber, hymn-like processional. Indeed, many of these arrangements would be perfect for a jazz-inflected church service.
As I learned while reviewing the aforementioned Christoph Spendel album, Germans apparently regard "Twinkle, Twinkle, Little Star" as a holiday theme; it reappears here as the Henderson Trio's final track: a cute, mid-tempo finger-snapper, and a lively conclusion to a delicious album.‘‘
(Derrick Bang-Originallly published in The Davis Enterpise, 12.10.09)